Geschichte der "Alten Landratsvilla"

In der „ALTEN LANDRATSVILLA“, in der einst die Landräte des früheren Kreises Westerburg und des Oberwesterwaldkreises residierten, spricht heute ein kleines, aber sehr feines Hotel mit gediegener Restauration eine besondere Einladung aus.

Die im Jahre 1904 im Jugendstil erbaute Villa wurde durch die Familie Heribert Bender jun. aus Limburg - Ahlbach von Oktober 2007 bis Mai 2011 in mühsamer, liebevoller Arbeit restauriert und zu dem Hotel umgestaltet. Nach den Plänen der Architektin Sonja Meffert aus Altendiez organisierte und leitete Heribert Bender selbst die Bauarbeiten und unterstützte seine Mitarbeiter aktiv bei der Durchführung.

Im Zuge der Restaurierung wurden die wesentlichen Elemente des Jugendstils, die am Dach, am Fachwerk, an den Fenstern und der großen Eingangstür besonders ausgeprägt sind,

in vertrauensvollem Zusammenwirken mit der Kreisverwaltung Montabaur als Untere Denkmalpflegebehörde und dem Landesamtes für Denkmalpflege in Oppenheim aufgearbeitet und optisch betont. Der früher störende Anbau aus den 70-iger Jahren wurde aufgestockt, mit einer passenden Dachkonstruktion versehen und stilgerecht in das Gebäude integriert.

So präsentiert sich die „ALTE LANDRATSVILLA“ heute als ein städtebauliches Kleinod, das auch Zeugnis von der Baukunst früherer Generationen gibt.

Die Villa, die auch die Entwicklung der Westerwälder Kommunalverwaltung auf Kreisebene widerspiegelt, hat, was ihre Nutzung betrifft, eine wechselvolle Geschichte:

1905 nahm Landrat Rademacher als erster seinen Dienstsitz und seinen Familienwohnsitz in dem damals neuen Gebäude, in dem sich auch die Diensträume für den Assessor sowie die Personal- und Finanzabteilung befanden. Weitere Landräte folgten, deren amtliche Funktionen durch die Bildung des früheren Oberwesterwaldkreises mit Verwaltungssitz in Westerburg durch Zusammenlegung der ehemaligen Kreise Bad Marienberg und Westerburg im Jahre 1931 an Bedeutung gewannen. Zuletzt hatte Landrat Heinrich Lingens von 1957 bis 1961 seinen Dienstsitz in der Villa, bis 1961 das neue Gebäude für das Landratsamt in der Jahnstrasse bezogen wurde – heute Sitz des Vermessungs- und Katasteramtes sowie der Polizeiinspektion. Seine Familienwohnung behielt Landrat Lingens aber noch bis 1967 in dem Hause. Landrat Lingens war übrigens auch der letzte Landrat des Oberwesterwaldkreises, der 1974 mit dem früheren Unterwesterwaldkreis mit Verwaltungssitz in Montabaur zusammengelegt wurde. Damit hatte die Villa nach über 60 Jahren für Zwecke des Kreises ausgedient.

Im August 1972 erwarb die Familie Heribert Bender sen. (+ 1988) die „ALTE LANDRATSVILLA“. Heribert Bender sen. richtete diese für eine Nutzung als Ärztehaus her und baute zu diesem Zwecke an.Nach vorübergehender Nutzung durch das Diakonische Werk Westerburg praktizierten von 1974 bis 2005 viele, für Westerburg und die Region wichtige Fachärzte in der Villa. Stellvertretend für diese seien genannt:

Dr. Ferdinand Welzel, Facharzt für Innere Krankheiten, der hier von Mai 1974 bis Ende März 2005 seine Praxis hatte;

Dr. Hubertus Brenken, Kinderarzt, der hier von Mai 1974 bis Mai 2003 seine Praxis hatte;

Dr. Gerd Brockmann, Facharzt für Frauenheilkunde, der hier von Oktober 1974 bis Juli 1986 praktizierte.

Nach der Umgestaltung zu einem Hotel mit Restaurant durch die Familie Heribert Bender jun. beherbergt die „ALTE LANDRATSVILLA“ heute

                                             13 Doppelzimmer,

                                               4 Suiten,

                                               5 Einzelzimmer

Restaurant, Tagungsbereiche sowie eine bewirtschaftete Außenterrasse mit faszinierendem Blick auf Schloss Westerburg und die Oberstadt.
Ziel der Familie Bender ist es, ein überzeugendes Angebot für den Gast zu präsentieren, das auch die gastronomische Entwicklung in Westerburg und in der Region bereichert.